Sorten & Botanik

Kürbis ist nicht gleich Kürbis

Zur Familie der Kürbisgewächse, den Cucurbitaceaen, zählen neben den Kürbissen auch unter anderem die Gurken, Zuckermelonen, Wassermelonen, Kiwanos, Bittergurken, Luffa-Gurken und Flaschenkürbisse. Auf den ersten Blick scheint die Familienähnlichkeit ganz klar, aber doch gibt es ziemlich markante Unterschiede.

Während sich die Cucurbita – die „echten“ Kürbisse – in den gemäßigten Zonen Amerikas entwickelt haben, haben die Langenaria – die „Flaschenkürbisse“ – ihren Ursprung auch in Afrika und in Asien. Historisch führten die verschiedenen Gattungen immer wieder zu Verwirrung. Und übrigens – so paradox es auch klingen mag – der Kürbis ist botanisch gesehen eine Beere – im Gegensatz zur Erdbeere, diese ist nämlich eine Sammelnussfrucht!

Die Gattung Cucurbita umfasst mehr als 30 Arten, nur fünf davon haben weltweit größere Bedeutung als Speisekürbisse. Davon wiederum nur drei werden bei uns angebaut und genutzt: Cucurbita pepo, Cucurbita maxima, Cucurbita moschata. Doch diese drei Arten weisen eine Farben- und Formenvielfalt auf, wie sie bei kaum einer anderen Nutzpflanzengruppe zu finden ist. Der Farbbogen der Früchte spannt sich von weiß und gelblich über orange, rosa und leuchtend rot bis grün und grau-blau. Und nicht zuletzt ist es die Geschmacks- und Verwendungsvielfalt, die auch bei uns immer mehr Gemüseliebhaber in ihren Bann zieht.

Cucurbita

Die Pepos wachsen in unserm Klima sehr unkompliziert und bringen gute Erträge. Die Vielfalt an Farben und Formen ist enorm. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Art zählen die Zucchini, die, wie zum Beispiel auch die Patissons, als Sommerkürbisse bezeichnet werden. Sie werden im unreifen Zustand geerntet und sind daher nur sehr beschränkt haltbar. Sommerkürbisse haben helles, zartes, saftiges Fruchtfleisch mit hohem Wassergehalt. Reift die Frucht an der Pflanze aus, ist sie lange lagerfähig, aber geschmacklich uninteressant. Der Steirische Ölkürbis gehört zu den Pepos.

Cucurbita pepo (Gartenkürbis):

Wie aus dem Namen zu schließen, finden sich zwar tatsächlich prominente Schwergewichte in dieser Gruppe, aber es gibt durchaus auch relativ kleine Sorten, wie z.B. die 1-2 kg schweren Uchiki Kuri. Riesenkürbisse werden meist erst im Herbst voll ausgereift geerntet und können bei geeigneten Bedingungen über den Winter gelagert werden. Bei Verkostungen bekamen sie sowohl optisch als auch geschmacklich gute Noten.

Cucurbita maxima (Riesenkürbis):

Das dunkelgelb bis leuchtend orange gefärbte, dichte Fruchtfleisch der Moschuskürbisse schmeckt zart nußartig und sehr aromatisch. Mit der Lagerung wird Karotin und Zucker aufgebaut, Geschmack und Farbe werden zunehmend intensiver. Alle Arten der Moschuskürbisse sind sehr wärmeliebend und reifen in unserem Klima nur an idealen Standorten voll aus.

Cucurbita moschata (Moschuskürbis):

Sortenbeispiele

Hokkaido (max)

Kräftig orange Farbe, festes, schmackhaftes Fruchtfleisch. Schale glatt und sehr dünn. Gut lagerfähig. Bestens geeignet für Suppen, Pürees und zum Braten. Gewicht: ca. 1 kg.

Delica (max)

Dunkelgrüne, hartschalige Früchte. Fruchtfleisch kräftig orange, sehr fest und aromatisch. Gebraten geschmacklicher Testsieger bei allen Verkostungen im Vorjahr. Gewicht: 0,5 bis 1 kg. Sehr lange lagerfähig.

Ungarischer Bratkürbis (max)

Schale graublau. Hoher Fruchtfleischanteil. Fruchtfleisch kräftig orange, fest. 2-5 kg schwer. Ideal zum Braten, für Pürees.

Kappenkürbis / Türkenbund (max)

Klassischer Zierkürbis. Unterteil gestreift grün/weiß/orange, Oberteil kappenartig „darübergestülpt“, orange. Extrem lange lagerfähig, sehr harte Schale. Festes Fruchtfleisch, etwas mehlig, schwierig zu schälen. Zum Füllen gut geeignet und sehr dekorativ. Gewicht 1-3 kg.

Butternuß (mos)

Ausgezeichneter Speisekürbis. Festes, aber doch zartes, buttrig-weiches, nußartig schmeckendes Fruchtfleisch. Ideal zum Mit-Braten mit Fleisch im Backrohr. Sandfarbige Schale, Fruchtfleisch intensive orange. Voll ausgereift extrem lange lagerfähig. Gewicht: ca. 1 kg. Wegen der Trockenheit heuer geringe Erntemenge.

Muskatkürbis (mos)

Flachrunder, gerippter Kürbis mit zuerst dunkelgrüner, im reifen Zustand beiger Farbe. Frisch aufgeschnitten verströmt er ein angenehm süßliches, muskatähnliches Aroma. Das Fruchtfleisch ist relativ fasrig, behält aber beim Garen trotzdem seine Form. Der „Allrounder“ in der Küche. Für Suppe, zum Braten, auch roh gut zu verwenden. Gedeiht bestens auf unseren sonnigen Weingartenlagen. Gewicht: 2-15 kg.

Halloween-Kürbis Howden (pepo)

Die orange/gelb gefärbten Kürbisse werden bis zu 10 kg schwer und bevorzugt zum Schnitzen von Halloween-Gesichtern verwendet. Innen großer Hohlraum, geringer Fruchtfleischanteil. Geschmacklich haben sie nicht viel zu bieten, wenngleich sie als das klassische Ausgangsprodukt der berühmten Pumpkin-Pie gelten. Sie werden ab August geerntet und können gut bis Halloween gelagert werden.

Spaghetti-Kürbis (pepo)

Unauffällige, hellgelbe oder grüne, ovale Frucht mit harter Schale. Das Innere ist gelb. Seinen Namen verdankt der Kürbis dem Umstand, dass sein Fruchtfleisch aus sehr langen, dünnen Fasern besteht, die beim Kochen spaghettiartig zerfallen. Der Kürbis wird dazu im Ganzen in Salzwasser gegart (je nach Größe ca. 30 Minuten), dann werden die Kerne entfernt und das Fruchtfleisch mit einer Gabel herausgedreht. Verblüffend und originell, gut für lauwarme Salate, als Vorspeise oder Beilage geeignet. Kann auch scheibenweise gebraten werden. Gewicht: 2-4 kg.

Zierkürbisse (pepo)

Unterschiedlichste Farben und Formen. Glatt, warzig, rund, länglich, gebogen, gelb, orange, weiß, grün, gestreift, …. ca. faustgroß, lange lagerfähig.